September 2026
Fahrdienst - oder die Lust zu helfen
6.9.26 In den letzten Wochen war es hier recht ruhig. Das lag vor allem daran, dass der Schreiber als Fahrer von Menschen bei einem großen gemeinnützigen Unternehmen beschäftigt war.
War? Ja, war. Die Hintergründe, auch, damit wir uns selber später mal daran erinnern können:
Zunächst liebe ich es, anderen Menschen zu helfen, besonders bei Dingen und in Situationen, da Selbsthilfe nicht geht oder zu schwierig ist. Dazu war ich schon länger auf der Suche nach einer Möglichkeit, z.B. kranke, behinderte, oder irgendwie hilfsbedürftige Menschen zu fahren. Dazu habe ich mich auch bei verschiedenen Institutionen und Firmen beworden. In der Regel bekam ich gar keine Antwort. Aber vor ein paar Wochen eine Einladung zum Vorstellungsgespräch.
Kurz: Dieses Vorstellungsgespräch war prima, einige Tage später hatte ich eine Probefahrt, dann eine Woche Mitfahrt bei einem Fahrer, und dann gleich ein eigenes Auto (für bis zu 8 Fahrgäste inkl. bis zu 2 Rollstühlen). Die Fahrten waren großartig, der Kontakt zu den Menschen sehr schnell sehr gut - zu gut. ZU gut?
In unserem Gesundheitswesen werden Leistungen immer teurer, ebenso wie überall im Leben, so auch für den Betreiber eines Fahrdienstes. Da von den Kunden (also meist den Angehörigen der Fahrgäste) nicht beliebig viel mehr Geld verlangt werden kann, werden lange Touren gebucht bzw. ergeben sich. Unabhängig davon sind es aber ja Menschen mit Einschränkungen, die mehr als andere auf feste Zeiten und Abläufe angewiesen sind. Und da wird es dann schwierig: Einerseits möchte ich den Bedürfnissen der "Fahrgäste" gerecht werden, kann das aber ob der teilweise langen Touren nicht. Andererseits sind die Beziehungen zu ihnen innerhalb küzester Zeit so eng geworden, dass es schmerzt, zu erleben, wie sehr sie nicht nur allgemein unter dem Umgang (durch alle möglichen Menschen und Institutionen) mit ihnen leiden, sondern auch noch unter den organisatorisch bedingten und teilweise eben nicht vermeidbaren Unregelmäßigkeiten und Behinderungen. So sehr, dass ich selber leide, das alles sehend. Das ist weder angenehm noch auf Dauer für mich selber auszuhalten, noch kann ich so den Gästen einen angemessenen Dienst werweisen.
Daher habe ich mich schweren Herzens entschieden, diese Art der Hilfestellung nicht mehr zu üben. Mir gehen das Leiden der Menschen unter den Gegebenheiten und gleichzeitig die Verantwortung für ihr Wohlergehen zu nahe.
Dass ich nach so kurzer Zeit wieder verschwinde, obwohl es auch für die Fahrgäste eine (von ihnen mehrfach ausgedrückte) gute Zeit war, ist sicher selbst eine Art Belastung. Letztlich ist aber niemandem gedient, wenn sich der Helfer so sehr verbiegt, dass er selbst irgendwann Hilfe braucht. Da braucht es besser Menschen, die leichter mit so einer Situation umgehen können. Nicht zu sagen, weniger empathisch sind.
Also: Diese Episode war eine wunderbare Erfahrung, weil sie mir gezeigt hat, wie sehr mir das Helfen gefällt und wie sehr, wie weit und wie schnell ich den Menschen nahe komme. Nur ist dieses Format wohl nicht das richtige für mich.
Was nun?
Nun zurück zu den anderen Aufgaben: Ausbau des Knechthauses, Arbeit im Garten, Vergrößerung der Energieautarkie. Das hilft unmittelbar uns selbst, mittelbar der Umwelt, und so ja irgendwie auch anderen...
Schön anzusehen
19.9.26 Wenn hier über Landwirtschaft in unserer Umgebung geschrieben wird, ist das meist nicht sehr positiv - Plantagen, Raubbau, Eintönigkeit. Wirklich abwechslungsreich sind auch diese Felder mit ihrer Zwischenfrucht nicht, aber

schön anzusehen und zumindest für den Boden auch günstig: Rainfarn Phacelie. Fährt man über die Landstraße mit links und rechts großen Feldern dieser wunderschön lilablau blühenden Zwischenfrucht, so kommt schon mal ein Provence-Gefühl auf: Dort zwischen den Lavendelfeldern riecht es zwar besser, und das Wetter ist auch meist angenehmer als hier derzeit (Herbst halt), aber optisch müssen sich diese Felder hier nicht hinter dem Lavendel verstecken.
Und warum Phacelien?
Es hadelt sich dabei um Legumillosen, die verschiedene für den Boden gute Eigenschaften haben: Sie bedecken ihn und reduzieren damit Verdunstung und Erosion. Sie sind (zumindest während der Blüte) besonders Insektenfreundlich. Und sie schaffen es mit ihren Wurzeln den Boden zu lockern, was besonders in unserer Gegend mit dem teils lehmigen Boden sehr hilfreich ist. Und wenn die Pflanzen denn vergehen, bleiben die Wurzeln ja im Boden und hinterlassen nach einer Zeit dann viele kleine Lücken und Gänge für Wasser, Luft und allerlei Getier. - Wie sehr das genutzt werden kann, hängt maßgeblich von der Art ab, wie die Pflanzen vergehen. Aber ich wollte hier ja das Positive herausstellen und nicht wieder Deprimierendes schreiben.
Also: Sieht wunderschön aus und kann sehr nützlich für Boden und Insekten sein.
Es tut mir Leid
20.9.26 Erich Kästner sagte einst:
"An allem Unfug, der passiert, sind nicht etwa nur die schuld, die ihn tun, sondern auch die, die ihn nicht verhindern."
Wir haben nicht genug getan, um zu verhindern, was letzte Woche nur ein paar Kilometer südlich von uns passiert ist, und was sich heute in Mecklenburg-Vorpommern wiederholt hat. Das tut mir Leid, sehr. Mehr kann/will ich hier nicht dazu sagen.
Ellis Tagebuch |
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8.9.26 Sind die beiden nicht hübsch? So schön, wie die beiden kuscheln. Offenbar bin ich nicht die einzige, die gerne so kuschelig ist. Auch meine Begleiter standen ganz seelig da und schauten, als ich die beiden hier gefunden habe.

11.9.26 Eben habe ich wieder ein paar kleine Leute getroffen, die auch wieder nett zusammenstanden. Neulich die beiden haben ja regelrecht gekuschelt, die beiden heute stehen nur nett beieinander, vornehm, mit etwas Abstand.

Ich finde solche Leute so nett anzusehen und zu beschnüffeln, auch, wenn meine Begleiter immer sehr vorsichtig sind, mich daran schnüffeln zu lassen. Es könnte ja giftig sein, sagen sie. Aber ich pass schon auf, dass mir nichts passiert.

13.9.26 Was Neues für meine Aussteuer!
Und offenbar hat schon jemand Spaß gehabt, dran zu knabbern. Obwohl das doch MEIN Job wäre...!

18.9.26 Es werden immer mehr... Neulich die beiden kleinen weißen Kuschler, ein paar Tage später waren die zwei Braunen schon größer, und heute sind sie richtig groß, zu dritt und stehen nicht mehr so kuschelig beieinander. Welche Gedanken sollte ich mir da machen? Und, werden es NOCH mehr? Ich bin gespannt. Und werde berichten.

Übrigens stehen die kleinen Leute zwar alle im Wald, es sind aber ganz unterschiedliche Wälder. Mir ist es ja nicht so wichtig, aber meine Begleiter sind am liebsten jeden Tag woanders mit mir unterwegs.

19.9.26 GESCHENKE! Heute habe ich wieder ganz viele leckere Sachen geschenkt bekommen. Gestern hat mir die Tierärztin zwar gesagt, dass ich etwas auf meine Linie achten soll (???), aber das klappt mit so leckeren Sachen bestimmt gut - nicht so. Da müssen meine Begleiter wohl etwas aufpassen...


20.9.26 Jetzt geht's aber los...
Ich hör jetzt auf, nach den kleinen Leuten zu schauen und sie zu zählen - es werden
einfach zu viele. Für manche ist das aber schön: Wir haben heute im Wald zwei nette Männer getroffen, die mit einem Korb unterwegs waren, in dem ganz viele von diesen kleinen Leuten drin waren. Und die kann man essen! Sehr seltsam, wo ich ja nicht mal dran schnuppern darf... Aber die beiden scheinen genau zu wissen, was sie da machen. Und sie waren sehr nett und freundlich und haben sich auch mit mir unterhalten.
